Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

12. Oktober 1689 · Seite 131r · Scan 267
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Marginalie
[131r] 1689
Zeilen 4–9
Propositio Domini Præfecti Cantones mandasse sibi apud Principes Constantienses et Einsidlenses medium quaerere quo construi posset domus Parochialis in Gachlingen.
(lat) Vorschlag des Herrn Landvogts, dass die Kantone ihm aufgetragen hätten, bei den Fürsten von Konstanz und Einsiedeln nach Mitteln zu suchen, durch die ein Pfarrhaus in Gachlingen errichtet werden kann.
Zeilen 15–16
Hi uterque promptos fuisse medium audire.
(lat) Diese seien beide bereit gewesen, von dem Mittel zu hören.
Zeilen 22–23
Maximam quæstionem esse ubi modernus Parochus accomodandus esset .
(lat) Die wichtigste Frage sei, wo der neue Pfarrer untergebracht werden soll.
Zeilen 28–34
Proiectum Illustrissimi nostri Einsidlensis, de Parochia in Eschenz providenda per suos Religiosos, et inde de beneficio solvendi annua(tim) 100 florenos aut circiter.
(lat) Der Vorschlag Ihrer Fürstlich Gnaden, die Pfarrei in Eschenz durch Mönche des Klosters versehen zu lassen und dann von der Pfründe jährlich ungefähr 100 Florin zu bezahlen.

Transkription

October
2
vnnd ich. Ich bin der lezte ankommen, hatte
3
aber auch vast zum weitesten. Nach demme
4
nunn wir Zusamen gesesßen, hatt Herr Landt-
5
vogt Propositionem gemacht, das namlich Er
6
von den Herren Eydtgnosßen befelcht worden, zue
8
Fürstlich Gnaden zu Eynsidlen1 zu kehren, vnnd beider
9
seits die Nothwendigkeit eines Pfarhauses
10
zu Gachlingen für den Catholischen Pfarreren vor-
11
zulegen, vnnd sie zuersuechen, nach einem
12
gedeÿlichen Mittel zutrachten, wie disem handel
13
möchte geholfen werden. Welches beide hoche
14
Persohnen gnädig angehört, vnnd gern gesehen,
15
das Mann nach einem Mittel trachtete. Sie
16
endtlich ein Mittel vorkommen, darumb eine
17
Freündtliche Conferenz zuhalten, vnnd von beiden
18
Ohrten Gedanken Zumachen, wie etwann dem
19
Handel möchte gethan werden. Auf
20
diß hin redte Herr Doctor Kohler, xxxa Er habe
21
neben Herrn Fiscalem darvon Befelch, stehe aber
22
mehrb an dem, wie vnnd wo mann den Pfarrer
23
zu Gachnang accommodieren wolte. Wollen
24
also sie vernemmen, wie dem Handel zuhelfen.
25
Auf diß redte anfänglich ich, hernach Herr
26
Schultheisß Rüepplin, daß Vnßer Gnädiger Fürst
27
vnnd Herr mehrmahlen von den Herren Eÿdt-
28
gnosßen, vnnd sonderlich von Herrn Landtvogt
29
gegenwertig derentwegen ersuecht worden,
30
da dann Ihre Fürstlich Gnaden sich dahin gnädigst
31
resolviert, die Herren Eÿdtgnosßen zum sonderen
32
Respect, vnnd dann auch Ihro Hochfürstlich (Gnaden)
33
zu Constantz zu Ehren, die Pfarrÿ Eschenz
34
durch

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: vnnd.
b Unsichere Lesung.
1 Die Benediktinerabtei Einsiedeln liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Schwyz. Sie wurde 934 gegründet und förderte 1602 die Gründung der Schweizerischen Benediktinerkongregation.Bibliografie