Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

30. August 1689 · Seite 116r · Scan 237
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Marginalie
[116r]
Zeile 1
1689
Zeilen 6–7
Iudicio praesidet Pater Iosephus in Eschenz.
(lat) Pater Joseph sitzt dem Gericht in Eschenz vor.
Zeilen 10–11
Molendinum quaerit decidi ratione debitorum etc.
(lat) Er wünscht, die Mühle aufgrund von Schulden zu versteigern.
Zeile 20
Gratiam concedit termini.
(lat) Er gewährt Aufschub für den Zahlungstermin.
Zeilen 26–27
Frater Ioseph Conversus ex Eremo advenit.
(lat) Der Laienbruder Joseph aus dem Kloster Einsiedeln kommt an.

Transkription

Augustus.
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hab ich allerhand brief vnnd Geschäften
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angetrofen, die aber ich dißen Abendt
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nit vill mehr angesehen, sonder mein
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schuldiges Gebett angefangen Zu ver-
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richten.
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30. Augusti. Hab ich Zu Eschentz Gericht ge-
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halten, so sich gegen Abendt vmb 4 Vhren
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geendet. Ich war gesinnet, vber
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richt halten zulasßen. So hatt aber er sich vor-
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hero bÿ mir eingefunden, vnnd vmb
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Verzug gebetten, damit er mit seinen
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Schulden abrechnen könne: wolle als-
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dann von iedem ein Zedel mitbringen,
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vnnd könne ich darüber seine Schuld
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vnnd seine besizung gegen ein anderen
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abrechnen, vnnd erfahren, ob er noch be-
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stehen könne. Solte dann es an dißem
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manglen, könte ich allezeit nach belieben
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verfahren. Darbÿ war Leütenambt
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Harder vnnd ein Müller von Tobel. Ich
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liesße mich Zur Gnad bereden, versicherte
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aber, das so er die Specification seiner Schulden
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nit werde bis vber 8 Tag einbringen,
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werd ich Gant-Gericht halten lasßen.
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Nach Mittag ist vnßer Bruder Ioseph Zuber-
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büeler ankommen, seine Liebe Schwöster
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hier Zubesuechen, die er in guter Ge-
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sundheit angetrofen, wider verhofen,
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weilen sie neüwlich gar tief zu bett
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gelegen: nachgendts aber wider wohl ge-
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besßeret.

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