Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

15. August 1689 · Seite 112r · Scan 229
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Marginalien dieser Seite

Marginalie
[112r]
Zeile 1
1689
Zeilen 5–6
Hospites improvisi ex Rappersvilæ.
(lat) Unerwartete Gäste aus Rapperswil.
Zeilen 11–12
Item lapicida ex Cell inquirit Patrem Marianum.
(lat) Ebenso sucht ein Steinmetz aus Radolfzell nach Pater Marianus.
Zeilen 26–27
Discedunt iterum post pluviam
(lat) Nach dem Regen reisen sie wieder ab.

Transkription

Augustus.
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Nach Mittag fieng es wider stark an zu
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regnen, vnnd waren Wir iez froh, das
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wir Korn, Erbs, Flachß vnnd hannf
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versorgt hatten. Gegen 5 Vhr
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seÿnd 2 Mensch von Rapperschweil, so
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des Wegs nacher Mammeren, wohin sie ge-
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trachtet, in etwas verfählt, in vnser
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Schlosß kommen, vnnd Wasßer Trinken
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wollen: die ich ins hauß geladen, vnder-
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zustehen, bis das Wetter sich stillete, vnnd
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bald darauf ist auch ein Steinmetz an-
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gelangt von Cell, so mit Patri Mariano be-
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gehrte Zureden. Welchen ich, wegen gar
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starken Reegens die Nachtherberig
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anerbotten, welche sie mit dank ange-
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nommen: vnnd nach dem sie das Nacht-
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Esßen, das ich ihnen auch aufstellen
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lasßen, genosßen, vnnd mit vnß den
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Heiligen Roßenkrantz gebetten, seÿnd sie
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zur Ruhe gangen, vnnd wohl aussge-
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schlafen.
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14. Augusti. War der Morgen wider wie gestri-
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ger Abend sehr stark von Reegena, also das ich den
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Gästen das Ausßgehen nit zumueten
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können. Seÿnd doch gegen Mittag, nach
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demme sie ein Suppen vnnd Trunk genommen,
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wider abgereist, da der Reegen sich in etwas
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gestillet, vnnd nach Mittag hatt der himmel
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sich angefangen auf besßers zuneigen.
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15. Augusti. Am Fest der Glorwürdigen him-
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melfahrt vnßer barmhertzigkeit Mutter
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seÿnd

Anmerkungen

a Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "von Reegen" eingefügt.