Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

9. Juni 1689 · Seite 89v · Scan 184
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Zeile 1
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Salutat Dominum Ebinger.
(lat) Er besucht Herrn Ebinger.

Transkription

Iunius
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Nach dißem Venerabile wider incendiert, vnnd
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darnach Benedictionem solemnem gegeben: Ant-
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wortete mir allezeit der Sigerist. Vnnd bÿ
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Vollendung der Benediction gaben die Musque-
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tierer ihr Salve, vnnd gieng die Procession
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wider fort, mit bettung des Heiligen Psalters Vnserer
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Lieben Frauwen: so sich weit hinauß continuiert,
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Endtlich aber füegten die junge döchteren Vnsere
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Liebe Frauwen Lytanÿ hinzu, die wir erst
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in der Kirchen vollendet, aber grad vor ausßen
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die lezte Benediction xxxa empfangen. Nach
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demme die Lytani ihr End hatte, singte ich N.
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vnnd Collectam de Sanctissimo Sacramento, nam dar-
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auf Venerabile, gab still die Benediction, vnnd
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versorgte dasßelbe wider in sein Tabernakel.
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Hatte also der Gottsdienst sein End. Als
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ich auß der Kirchen kommen, haben die Musque-
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tierer, Creütz vnnd fahnen Trager nach
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alter form vmb ein Trunk angehalten,
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durch den Weybel, mit einer nit vnartlicher
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manier, dennen ich mit kurtzem geantwor-
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tet, den Trunk erlaubt, vnnd ihnen gleich
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auß dem Spicher 1 Eÿmer 4 Quart
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de Anno 88er geben lasßen, weilen mir gesagt
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worden, mann habe allezeit desßelben
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jahrs Gewächß geben. Demmenach gieng
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ich von dar gegen hauß, kehrte aber bÿ
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Herrn Ebinger von Schlatt zu, welcher morn-
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derigen Tag gewillet von hinnen wider
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nacher Stüsßlingen abzureißen, machte ihmb
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Complementum, wünschte glückseelige Reiß,
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vnnd nach allem Gespräch, so ein halbe stund
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vast gewähret (dannenc er gar vill ge-
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schwezt) hab ich Erlaubnus genommen,
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vneracht Er mich gar stark zu einem
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Mittag-

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: geben.
b Unsichere Lesung.
c Unsichere Lesung.