Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich, Band 13

9. Mai 1689 · Seite 79r · Scan 163
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[079r] 1689
Zeile 10
Sedetur iudicio hora 11.a
(lat) Man sitzt um elf Uhr zu Gericht.
Zeilen 21–22
Iudices supplicant pro amphora Vini de more.
(lat) Nach Sitte bitten die Richter um einen Eimer Wein.
Zeile 28
Coquam suam eo mittit etc.
(lat) Er schickt seine Köchin dorthin etc.

Transkription

Maius
1
froh seÿn, wann mann sie anderstwo
2
liesße sitzen. Sie warfen entge-
3
gen ein, es haben Herrn Ebingers Leüt mithin
4
auch vnguete Wort gegen ihnen aussgestosßen:
5
ich Antwortete, wann sie billiche Klag
6
hetten, were ein Oberkeit darumb, vnnd
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seÿe Herr Ebinger ein Herr von solcher Discre-
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tion, das er von den seinigen niemand nichts
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leids werde widerfahren lasßen. Auf
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diß hin haben Wir die Gemeind aufgehebt, vnnd
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seÿnd in Kehlhof gangen, vnnd Zu Gricht ge-
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sesßen, zu vor aber diea Richter ein Trunk
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genommen, so sich vber ein halbe Stund verzo-
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gen. Eß ware nunn 11 Vhr, da fienge
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das Gricht an, vnnd wärete vast bis vmb
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6 Vhr Abendts, eine Parthÿ nach der anderen,
17
also daß wir alle endtlich zimmlich müed wor-
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den. Vnnd da Wir mit allem fertig, seÿnd
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Wir in das Wyhrtshauß hinüber spaziert,
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dorten zum Tisch gesesßen: vor welchem
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die Richter bÿ mir vmb ein Eÿmer Wein
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angehalten, der ihnen zu dem Meÿengericht
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ordinarie geben worden: den ich auch zugegeben,
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vnnd dem Hanß Bach befohlen, ihnen einzu-
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schenken. Vnnd weilen dermahlen kein
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Wirt da ware, hab ich in gleichem dem Hanß
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Bach anbefohlen, das Esßen zurüsten, vnnd
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ihme vnßere Köchin von hier hinunder ge-
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lasßen, welche alles wohl gerüstet. Vmb
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7 Vhren gieng ich fort nacher Freüwden-

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "den" durch "die" ersetzt.