Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

26. April 1689 · Seite 70r · Scan 145
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[070r] 1689 Equis servit Pater Œconomus Sonnenbergensis utrique Œconomo
(lat) Für jeden Pater Statthalter hält der Pater Statthalter von Sonnenberg ein Pferd bereit.
Zeilen 14–15
Cum Patre Ruperto discedit per Frauwenfeld.
(lat) Mit Pater Rupertus reist er nach Frauenfeld.
Zeilen 20–22
Separantur ibi, Patre Ruperto in Paradysum, Patre Iosepho in Freudenfels profecto.
(lat) Dort trennen sie sich, Pater Rupertus reist zum Kloster Paradies und Pater Joseph nach Freudenfels.

Transkription

Aprilis
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vnnd als wir auf Stepferta kommen, waren
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dorten 3 Pferdt in der Bereitschaft, auf
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welchen wir das Tobel hinauf auf Sonnen-
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berg geritten, dorten erstens vnßere Schuldig-
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keiten verrichtet, vnnd dann ein kurtzes
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NachtEsßelin eingenommen, welches zwar nit
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von vilen, doch guten vnnd sehr wohl gerüste-
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ten Speißen, bestanden mit dem aller edle-
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sten Trank etc. Morn deß,
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da Herr Statthalter von Pfefiken sich resolviert,
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frühe zu seÿn, hab ich anfänglich celebriert,
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vnnd auf mich Herr Statthalter von Pfefiken:
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namen darüber mit ein anderen ein kleines
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Früestuk vnnd nach desßen Vollendung
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sizten Wir mit ein anderen zu Pferdt, da-
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mit Herr Statthalter zu Sonnenberg mich
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aufs beste versehen, vnnd reiteten also dar-
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von auf Frauwenfeld. Gleich bÿ dem
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Oberdorf scheidete Herr Statthalter zu Pfefiken
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vnnd ich wider von ein anderen, vnnd reiste
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er in das Paradÿß, ich aber vber die Duhr
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nacher Freüwdenfels, wo ich etwas nach
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halber 12 Vhren oder circiter glüklich ankommen.
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Ich setzte mich darauf gleich wohl zu Tisch,
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aße aber nit vill, vnnd trinkte nit vill, weil-
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en das Morgenbrodt mir wohl beliebt hatte.
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Nach Mittag schikte ich den Laggeÿen mit dem
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Pferdt wider zuruk, gab ihme ein Brieflin
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mit, darinn ich dem Herrn Statthalteren für die
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mir

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.