Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

12. März 1689 · Seite 52v · Scan 110
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[052v] 1689
Zeilen 4–5
Catarro vexatur Pater Œconomus.
(lat) Pater Statthalter wird von einem Katarrh gequält.
Zeilen 14–18
Divertit in Mammeren, orat accommodari equum cum famulo, et ipse in Freudenfels abit.
(lat) Er kehrt in Mammeren ein und bittet um Unterbringung der Pferde und des Dieners, und reist selber nach Freudenfels.
Zeilen 25–26
Via difficilis et sordida.
(lat) Die Strasse ist schwierig und schmutzig.

Transkription

Martius
1
daß mir wegen scharfen vnnd kalten
2
Lufts, der mir sehr zugesezt, vnnd vber
3
die masßen stark gewähet, sehr Ver-
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triesßlich geweßen, vnnd ein starke
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Catharren, die ich nachgendts ettliche Tag
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gedulden müsßen, erwekt. Als ich vber
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Stekbohrren außkommen hatt sich die Nacht
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stark hineingelasßen, vnnd bis auf Mam-
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meren alligklich erdunklet, das ich mir weder
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zu Pferdt, noch Zu Fuesß getrauwt nacher
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Freüwdenfels zu kommen: derentwegen
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ich dem Schlosß dorten zugeritten, wo ich Zu
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allem Glük den Herrn Statthalteren gleich bÿ
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der Porten angetrofen, vnnd ihne gebetten,
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das Pferdt sampt dem Diener vber Nacht
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zu halten, vnnd die Zehrung mir à conto
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zustellen. Es wolte mich Herr Statthalter
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mit allem Gewalt hinderhalten, mich bÿ
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ihme Zu vbernachten, einladend, ich aber
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bedankte mich desßen, gab dem Diener von
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Münsterlingen1 0,25 Reichsflorina zum Trinkgelt,
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vnnd gieng mit Renhard Roth dem Lißmer
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von Eschentz, den ich auf der Strasß ange-
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trofen, wider fohrt auf Freüwdenfels,
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wattete durch alle Güllen, dann ich schier
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kein Stich gesehen, vnnd den Weeg nit er-
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kennt, bis endtlich wir Zur Schlosß Wiß
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kommen, da wir Zu vnderist darein, vnnd
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also fortan hinauf gangen. Ich ruefte bÿ
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der Näche stark, vnnd vermeinte ein
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Liecht zuerruefen: so aber ich nit erhalten
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mögen,

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
1 Die ehemalige Benediktinerinnnenabtei Münsterlingen lag in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Thurgau. Sie wurde der Legende nach im 10. Jahrhundert gegründet und 1848 aufgehoben. Ab 1553 war der Abt von Einsiedeln Visitator des Klosters.Bibliografie