Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

20. Februar 1689 · Seite 47r · Scan 99
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–2
[047r] 1689 Tractatio ut nuper.
(lat) Bewirtung wie neulich.
Zeilen 8–9
In Eschenz officio Divino interest.
(lat) In Eschenz nimmt er am Gottesdienst teil.
Zeilen 13–15
Domesticatricis Domini Vicarii in Eschenz mira capitositas.
(lat) Der sonderbare Starrsinn, den die Haushälterin des Vikars von Eschenz an den Tag legt.

Transkription

Februarius
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meren. Hab sie vast in gleichem tractiert ,
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wie vormahlen vergangenen Sonntag andere
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Gäst. Seÿnd zimmlich lustig geweßen. Vnnd
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nach dem das Wir vom Tisch aufgestanden,
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haben wir mit ein anderen bis gegen 5 vhren
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gekurtzweilet, darzu ich ettlich duzet Eÿn-
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sidler Pfennig aufgesezt.
8
20. Februarii. Bin ich wider nacher nachera Eschentz
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Zu Kirchen gangen, dorten dem Gottsdienst bÿ-
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gewohnet vnnd celebriert. Ist mir dar-
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bÿ selzam vorkommen, da ich nachgends ver-
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nommen, das Herr Pfarrers zu Eschentz sein
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Haußhalterin nit mehr in gewohnetem Stuhl
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xxxb gestanden, sonder hinauf auf die Bohrkirchen
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gangen, dahin sie ein eigenen Stuhl machen
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vnnd den auch mit Gatteren verwahren lasßen.
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Vrsach desßen ist, daß ich neüwlich dem Herrn
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Pfarrer angezeigt, mich verwundere,
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das gesagte seine Haußhalterin der Klo-
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sterfrauw vnnd Freüwle dochter des Herrn Ebingers
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von Schlatt, die gewohnnlich in die Kirchen an
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Sonn- vnnd Feÿrtagen kommen, nit den Stuhl
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Ehrenhalb cediere: ich vernemme, das Leüt
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seÿen, die solches nacher Eÿnsidlen zuberichten
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gesinnet, vnnd werde als dann Ihrer
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Fürstlich Gnaden nit lieb seÿn, das mann dise
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frömbde Gäst so schlecht in Ehren halte.
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Diß musß Herr Pfarrer seiner Haußhalterin
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angeZeigt haben, welche xxxc auß vnwillen,
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damit mann ihren nit nach reden könne, sie
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stehe

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition im Text.: "nacher nacher" durch "nacher" ersetzt. Der Autor hat den Begriff 'nacher' irrtümlich wiederholt.
b Streichung durch Autor. Unsichere Lesung: nit.
c Streichung durch Autor. Unsichere Lesung: d.