Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

3. Februar 1689 · Seite 43r · Scan 91
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[043r] 1689
Zeilen 3–4
Mensæ apparatur admissum tardas.
(lat) Die Speisen erscheinen verspätet.
Zeile 13
Discedit.
(lat) Er geht weg.
Zeile 22
Equus labitur
(lat) Das Pferd fällt

Transkription

Februarius
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seÿn. Mir kam bÿ dißer Mahlzeit gar zu
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seltzam vor, das mann gar Zu gmach auf-
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stellte, vnnd müssten Wir mithin vast eine
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halbe Viertel Stund, oder noch mehr gedulden,
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bis wider ein andere Tracht auf den Tisch kam.
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Desßen ich gantz nit gewohnet war, vnnd
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lieber mein Sach kurtz gerichtet hette. Allein
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müsste ich gedulden, vnnd sitzte mit grosßer
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Mortification bÿ dem Tisch. Endtlich, alß
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ich vneracht meines villfeltigen, doch höflichen
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Anmahnens gesehen, das kein fortgang dar-
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bÿ seÿn wolte, hab ich gegen halber 2 Vhren
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ein Aufbruch gemacht, da iusta mente mir
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ein Pferdt von Freüwdenfels zugebracht
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worden, vnnd ich mich hernach nit mehr lang
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gesaumbt, aufgesesßen, vnnd fortgeritten.
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Herr Pfarrer vnnd Herr Pfleger begleiteten
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mich noch ein zimmlich stüklin hinauf, dann
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ich nit wollen vnder dem Volk zu Pferdt sitzen,
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sonder gieng etwas von der Gasß hinauß.
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Vnnd kam also glüklich nacher Freüwdenfels.
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In dem Feld auf der Ebne ist das Pferdt in
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ein alte Karrenleiß getretten vnnd derge-
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stalten vbel bestekt, das es mit dem hinderen
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Leib gantz nidergefallen, vnnd wenig gefählt,
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mich abgesezt hette: nach vngefahr einem
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Vatter Vnßer lang möchte es das bein wider
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hinaußbringen, aber scheinte, es sich darbÿ
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stark abgemattet. Nichts desto weniger
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gieng es zimmlicher masßen wohl fort etc.
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Bÿ Occasion diser Rechnung hab ich den Rech-
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nungs-

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