Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

18. Januar 1689 · Seite 37r · Scan 79
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[037r] 1689
Zeilen 3–4
Invitat Patrem Gallum ex Munsterlingen.
(lat) Er lädt Pater Gallus aus Münsterlingen ein.
Zeilen 10–11
Famuli Xenialem cantum faciunt ante conclave.
(lat) Die Dienstleute singen einen Gastgesang vor dem Wohnzimmer.
Zeilen 21–23
Dominus Parochus in Eschenz salutat Patrem Œconomum, et prandium cum ipso sumit.
(lat) Der Pfarrer von Eschenz macht Pater Statthalter seine Aufwartung und nimmt das Mittagessen mit ihm ein.
Zeilen 29–32
Schaffratenses Foeudatarii de foeudo tradendo filio agunt. Petunt perfectionem Ædificii olim cœpti sibi concedi.
(lat) Sie verlangen, dass ihnen die Fertigstellung des einst begonnenen Bauwerks übertragen wird.

Transkription

Ianuarius.
1
mich, seiner Gnädigen Herrschaft zu recommendieren.
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Vnnd weilen sein gnädige Frauw gesinnet, auf morgen
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nacher Münsterlingen1 zu verreißen, hab
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ich vnßerem Reverendo Patri Gallo ein brieflin zuge-
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schikt, vnnd ihne allhero zu mir eingeladen.
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Mit dißem ward es Abend, vnnd fienge ich
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an Vesperas, vnnd xxxa Matutinum zubetten,
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vnnd sitzte darüber zum Tisch. Bÿ
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End des NachtEsßens haben die dienst mir vor
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der Thüren das gute jahr gesungen auf ihre
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Landts-Arth; desßen ich mich nit wenig er-
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freüwt, vnnd derentwegen nach dem NachtEssen
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ihnen ein Trunk geben lasßen, bÿ welchem sie
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sich bis gegen 8 Vhren lustig gemacht, vnnd dar-
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nach den Heiligen Rosenkrantz gebetten: auf welches
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ich vnnd sie bald zur Ruhe gangen.
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18. Ianuarii. Morgen vmb 5 Vhr stuenden die dienst
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auf, dennen ich eine Stund vorkommen, vnnd
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desto rühewiger meine Andachten vnnd Schuldig-
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keiten verrichten können. Gegen Mittag
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kam Herr Pfarrer Waller auß dem Wärd salu-
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tierte mich, vnnd wünschte mir ein glükseelig
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Neüw jahr, vnnd aß hernach mit mir Zu Mittag.
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Gleich darauf kam Leütenambt Harder
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mit Hanß Ÿßler von Schafrath, vnnd bate
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im Namen desßen, vnnd noch zweÿer anwesen-
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der seiner Schwägeren, daß ihme daß Lehen
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auf Schafrath möchte vbergeben werden, weilenb
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der alte Vatter solches nit mehr thun möchte, vnnd
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aniezo lange Zeit von einem anderen Söhn
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vngelegenheit müsßen leiden. 2.° haltete
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er an in Namen ihrer, das sie ein auf Schaf-
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rath schon lengst angefangenes Gebeüw möchten
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zu einer

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: darüber.
b Unsichere Lesung.
1 Die ehemalige Benediktinerinnnenabtei Münsterlingen lag in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Thurgau. Sie wurde der Legende nach im 10. Jahrhundert gegründet und 1848 aufgehoben. Ab 1553 war der Abt von Einsiedeln Visitator des Klosters.Bibliografie