Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

8. Dezember 1688 · Seite 20v · Scan 46
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[020v] 1688
Zeilen 10–13
Pater Pius pedissequum dimittit, vade in sano a faciendo mihi mora longa patienda.
(lat) Pater Pius entlässt den Diener, damit er als Bürge fungieren kann, weshalb ich mich eine lange Zeit gedulden muss.
Zeilen 21–23
Rationes cum Francisco Hicker, eiusque debitum facile perdendum.
(lat) Abrechnungen mit Franziskus Hicker, der von ihm geschuldete Betrag kann leicht verloren gehen.
Zeilen 28–30
Dominus Parochus in Eschenz advenit, et prandit nobiscum.
(lat) Herr Pfarrer von Eschenz trifft ein und isst mit uns zu Mittag.

Transkription

December
1
In der Nacht darauf gegen 8 Vhren ist wider
2
ein starker Sturm Wind entstanden,
3
welcher sehr gepraußet.
4
15. Decembris. Bÿ gewohneter Zeit vmb 4 Vhr
5
ist heüt vast alles aufgestanden. Ich bereit-
6
te mich ad Sancta Exomologesin wegen der Octav der
7
Vnbeflekten Empfängnus, gegen halber 7
8
Vhren, vnnd vermeinte Mesß zuleßen, so hatt
9
aber Reverendus Pater Pius den Laggeÿen eilendts hinwek
10
geschikt, gleichwohl er gesehen, daß ich Mesß
11
leßen wolte, vnnd anderst nit könte ein
12
Ministranten haben. Ich geduldete mich nichts
13
destoweniger, vnnd redte nichtsb ein, sonder
14
schikte nacher Clingenzell zu Herrn Statthalter
15
daselbsten, vnnd begehrte von dar den
16
Laggeÿen, der mir zu Althar dienen könte.
17
Dißer bleibte in anderthalb Stund auß,
18
vnnd müsste ichs also gedulden: doch ist er
19
endtlich kommen, vnnd hab ich vngefahr vmb
20
10 Vhren mein Heilige Mesß verrichten können.
21
Vnder desßen ist Frantz Hiker der alte Wÿhrt
22
von Eschentz angelangt, mit demme ich im
23
Byseÿn Reverendi Patris Pii gerechnet; ist darbÿ er
24
in 44 Gulden schuldig gebliben, so mich in der
25
Wahrheit nit gefreüwt, weilen es nachc an
26
dem, daß diß Gelt wirdt verlohren gehen.
27
Herr Pfarrer Waller von Eschentz war gleich
28
gegenwertig, dann er vnder aller Rechnung
29
angelangt, vnnd speiste darnach mit
30
vnß zu Mittag. Vnnd hab ich den Frantzen
31
auch heisßen bÿ den Knechten zu Tisch sitzen.
32
Nach

Anmerkungen

a Unsichere Lesung und Übersetzung.
b Unsichere Lesung.
c Unsichere Lesung.