Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

21. Oktober 1688 · Seite 617 · Scan 628
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Marginalie
[617]
Zeilen 1–3
1688 Fœuda in Gachlingen reviviscere facit etc.
(lat) Er setzt die Lehen in Gachnang wieder in guten Stand.
Zeile 18
Redit in Freudenfels.
(lat) Er kehrt nach Freudenfels zurück.
Zeilen 27–28
Pater Pius gravius incipit decumbere.
(lat) Pater Pius’ Gesundheitszustand verschlimmert sich.

Transkription

October
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Sonsten sein anietzo in Gachlingen verrichtete
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Geschäft war, das, wie neüwlich schon ange-
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deütet, dorten ettliche Lehen von zimmlicher
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Zeit versesßen, andere vertheilt worden etc.
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vnnd also nit wenige Vnrichtigkeit in selbigen
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sich herfür gethan.a Derentwegen Er mit
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Obervogts zu Gachlingen, alle citieren vnnd
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vor sich kommen lasßen, vnnd so vill möglich
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alles in guten Stand gesezt, darvon des
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Lehen Protocoll zu Gachlingen zu sehen.
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Nach verrichtetem Geschäft verreisste er
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mit Patre Statthalter von Sonnenberg in
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dißes Schlosß, dahin sie Nachts erst gegen
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halber 8 Vhren ankommen, vbernachteten
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dorten, vnnd nechsten Tag kehrte vnßer
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dem Befelch ordenlich nach zu kommen. Vnder
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zwüschen liesße er einer Senften nach-
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schlagen, mittels deren Reverendus Pater Pius könnte
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nacher Einsidlen gebracht werden, könnte
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aber nichts bequemmes erfahren, also das er
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genötiget worden, dißen Mangel nacher
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Einsidlen zuberichten, vnnd von dar die
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Senften zubegehren. Ist aber hernach diß
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vnnd anders vermittenb bliben, weilen Reverendo
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Patri Pio ein solches schwäres Accidens zuge-
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fallen, daß mann Ihne nit getrauwet,
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so gar in einer Senften nacher Einsidlen
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zubringen

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
b Unsichere Lesung.