Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

8. September 1688 · Seite 588 · Scan 599
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Marginalie
[588]
Zeile 1
1688

Transkription

September.
1
erkauft. Ihme ward geantwortet, als
2
ia,a Ob aber nit er mehrere Schaaf, als dise
3
dreÿ erkauft habe? Ja, antwortete er, ich
4
hab zumahl auch dreÿ Heÿlwider erkauft, die
5
ich gleich nidergestochen etc. der Verkäufer,
6
so sie ihm zu kaufen geben habe, habe nur ein
7
Ohr, vnnd einen Tollfuesß, habs Ihme ehrlich vnnd
8
redlich aberkauft, fordere also die alte Lammeren
9
sampt den Jungen, als das seinige, so er erkauft,
10
auch wider hinauß. Nein sagte mann ihme,
11
mein gueter Mezger, nit allein gibt mann
12
eüch dise alte Lammeren sampt den Jungen nitb wider
13
herauß, sonder ihr müsßen vnß auch die dreÿ
14
andere, so ihr gemezget, wider bezahlen etc. Es
15
kam dises dem armen Tropfen sehr frömbd
16
vor.c Nach demme aber er grundtlich vnnd klar
17
berichtet worden, das dise Schaaf in gesagtes
18
Schwösterhauß gehört, vnnd durch eine
19
heyloßen Vogel von dorten entführt, vnnd
20
ihme verkauft worden, hatt endtlich er sich
21
ergeben, darbÿ aber gebetten, mit Ihme nit gar
22
zu ernstlich zuverfahren, es wachsten Ihme
23
heüriges Jahr in 50 Eymer Wein, wenn
24
er solche durch die Gnaden Gottes werde ge-
25
lesen haben, wolle er mit Ihnen ein Willen
26
machen. Ist also wider abgescheiden. Mann
27
hatt dem Dieben in mehreren Ohrten nachge-
28
schlagen, aber Ihne nit erfahren können.
29
Eß ist aber kein Faden so zart gespunnen, der
30
kombt

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
b Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "nit" eingefügt.
c Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.