Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich, Band 6

25. Juni 1688 · Seite 519 · Scan 530
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Marginalie
[519]
Zeile 2
1688
Zeilen 4–6
Dominus Parochus mandat tempore concionis Tabernas per pagum clausas teneri.
(lat) Der Herr Pfarrer befiehlt, für die Dauer der Predigt die Kramläden in der Pfarrei zu schliessen.
Zeilen 13–14
Uxor cauponis ad Bovem contradicit graviter.
(lat) Die Ehefrau des Ochenwirts widerspricht heftig.
Zeilen 22–23
Illustrissimus iubet acriter puniri errorem.
(lat) Ihre Fürstlich Gnaden und Herr gebietet, das Vergehen hart zu bestrafen.

Transkription

Iunius.
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die Frucht zu erwarten. Mir aber zwei-
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felts gar nit, Es werde mit Ihme
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anderwerts ernstlich geredt werden.
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Nit weniger vbel gieng es her nechsten
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Sonntag, da Herr Pfarrer den Weybel in
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das Dorf geschikt, vnnd ernstlich anbe-
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fehlen lasßen, das vnder der Predig vnnd Hohem
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Ampt alle Läden sollen zugeschlosßen gehalten
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werden. Vnnd als der Weÿbel für den
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Ochßen kommen, den Befelch des Herrn Pfarrers
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dennen vnder dem Ochßenhauß feil habenden
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Krämeren angezeigt, hatt des Ochßen-
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Wÿhrts Frauw oben zum Fenster hinauß
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gesehen, vnnd dem Weÿbel geantwortet:
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Nit ein Batzen, thüend ihr nit zu, der
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Pfarrer hatt hierinn Eüch nichts zu befehlen.
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Vnnd (sagte darnach zum Weybel) sagen
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ihr nur es im GottsHauß, sie haben da nichts
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zu befehlen; wann aber Vogt oder Statthalter,
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oder die Hoch Oberkeit solches befehlen werde,
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darnach sollen sie zuthuen, aber anderst nit.
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Herr Pfarrer als er dißer vngueten Worten
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berichtet worden, bringt den Handel Ihren
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Fürstlich Gnaden vor,a welche mit einem gar
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ernstlichen Befelch verfahren wollen,
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vnnd dißer Frauw die Kirchen ganz vnder-
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sagen vnnd verbieten. Herr Pfarrer aber
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brauchte anfänglich miltere Mittel, vnnd
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liesß die Frauw vor sich kommen in Byseyn
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ehrlicher

Anmerkungen

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