Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

6. März 1688 · Seite 505 · Scan 516
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Marginalie
[505]
Zeilen 1–2
1688. Tempestas turbida.
(lat) stürmisches Wetter
Zeilen 11–12
Ambassiador Saphoicus veneratur Beatam Virginem Einsidlensem.
(lat) Der Ambassador von Savoyen verehrt die Heilige Jungfrau von Einsiedeln.
Zeile 20
Vinum honorarium ei donatur.
(lat) Man schenkt ihm Ehrenwein aus.
Zeilen 23–24
Tonitrua et Imber maximus etiam cum grandine.
(lat) Starkes Gewitter mit Donner und auch Hagel.

Transkription

Iunius.
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Der Anfang dißes Monats war sehr trüeb,
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vnnd vnlustig wegen bestendigem kaltem
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Reegen-Wetter, daß sich ettliche Tag nach
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ein anderen continuiert, vnnd auch die Heiligen
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Pfingsten betrauwt gemacht, so den 6. Iunii
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gefallen. War auch derentwegen nit vill Volk
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hier, sonderlich von Einländischen. Von Ausß-
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ländischen ware zwar eine grosße Anzahl,a
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wann aber daß Wetter gut gethan hette, were
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sicherlich ein weit mehrers erfolget.
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5. Iunii. Monsieur N
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Saphoÿscher Ambassiador hier geweßen mit sein-
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er Frauw Gmahlin die Einsidlische Jungfraüwliche
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Mueter zubesuechen; ist am Morgen vmb 6
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Vhren eingeritten, vnnd am Abend gegen halber
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5 Vhren wider abgereisst, in Begleitung vnßers
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Herrn Patris Meinradi, der Ihme die ganze Zeit, mit
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Herrn Decano aufgewartet. Hatte sein Ein-
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kehr nitb in dem GottsHauß, sonder bÿ dem Weisßen
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Wind, ist aber mit einem herrlichen Ehren-
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trunk in 4 Silbernen Geschiren beschenkt
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worden.
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Vorherigen Donnerstag hatt es auf den Abend
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ein erschröklich Wetter gegeben, mit grau-
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samen Tunderen, vnnd starkem Reegen,
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darunder auch zimmlich grosßer Hagel hin-
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under, doch ohne sonderen Schaden gefallen.
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Aber von starkem Wind sehr in die Zimmer ge-
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triben

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Komma ersetzt.
b Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "nit" eingefügt.