Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

10. Mai 1688 · Seite 495 · Scan 506
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Marginalie
[495]
Zeile 1
1688
Zeile 4
Revalescit noster Illustrissimus.
(lat) Ihre Fürstlich Gnaden, unser Abt, erholt sich wieder.
Zeilen 10–11
Phlebothomi nostri Patres et Fratres.
(lat) Unsere Patres und Fratres werden zur Ader gelassen.
Zeilen 16–17
Pecora in prata emittuntur.
(lat) Das Vieh wird auf die Weide getrieben.

Transkription

Maius
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Fieber, von welchem er gar streng nider
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geworfen, also das seines Aufkommens
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grosße Sorg gewesßen.
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Entgegen kamen Ihre Fürstlich Gnaden widerumb zu
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gueten Kreften, studierten wider mithin et-
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was weniges, spazierten hin vnnd wider, so
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gar auch auf das feld hinauß, vnnd scheinte,
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die Gesundtheit völlig allgemach wider kommen
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werde.
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10. Maii. Waren Aderläsßer der andere Theil
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vnßerer Herren, bÿ dero Mahlzeiten
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Ihre Fürstlich Gnaden sich persöhnlich zu nit gerin-
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gem Trost Reverendorum Patrum vnnd Fratrum eingefunden,
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mit dennen Sie so gar auf das Feld ausgangen,
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vnnd darmit gute Erquikung gehabt.
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Den Tag haben Wir allgemach vnßer liebes
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Vÿch in das Graß getriben, nit das so vill
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Graß geweßen, wie sonsten dem Veÿch nuz vnnd
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nothwendig geweßen,a sonder weil der Heüw-
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Mangel sehr grosß vnnd zwar ie lenger
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ie mehr worden, vnnd müsste das liebe
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Vÿch auf den Matten das neüwe Graß abnagen,
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weilen das bis dato geweßene rauche Wetter
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den Wachß alligklich hinderhalten. Doch waren
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wir in dem noch getröstet, das weilen
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das Heüw alligklich aufgangen, wenigist
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das hinauß stehende Graß zur Noth möchte
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bekommen werden. Allein es müsste alles
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herhalten, vnnd war iez die raüchste Streüwi
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gut

Anmerkungen

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