Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

21. Januar 1688 · Seite 428 · Scan 439
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Marginalien dieser Seite

Marginalie
[428]
Zeile 1
1688
Zeilen 4–6
Doctor Medicus Muller Lindaviensis advenit, ab Illustrissimo Santgallensi missus.
(lat) Der Herr Doktor Müller aus Lindau, der von Ihrer Fürstlich Gnaden, dem Abt von St. Gallen geschickt wurde, trifft ein.
Zeilen 13–14
Dominus Decanus in Festo celebrat.
(lat) Ebenso trifft der Herr Arzt Wepfer zur Behandlung Ihrer Fürstlich Gnaden, unseres Abtes, ein.
Zeilen 18–20
Dominus Medicus Wepffer etiam advenit pro cura Illustrissimi nostri.
(lat) Ebenso trifft der Herr Arzt Wepfer zur Behandlung Ihrer Fürstlich Gnaden, unseres Abtes, ein.
Zeilen 29–30
Pauci hospites in Festo Sancti Meinradi.
(lat) Beim Fest des Heiligen Meinradus sind wenige Gäste zugegen.

Transkription

Ianuarius.
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ein gute Besßerung, wie dann auch, Gott
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seÿe gedanket geschehen. In der Nacht
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erst nach 7 Vhren ist ankommen Herr Doctor
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[...]a Müller von Lindauw, denen Ihre
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Fürstlich Gnaden zu St. Gallen1 allhero geschikt, als
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einen sonderlich in curandis febribus wohl er-
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fahrenen Medicum, vnnd vermeinten also hochgesagte
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Ihre Fürstlich Gnaden, es wurde dißer Herr Medicus
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vnßerem Fürsten zu seiner Gesundheit gar
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wohl dienen können. Eß hatt aber sich Gott Lob,
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nit mehr bedarfen.
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Ihre Fürstlich Gnaden waren nit wenig mortificiert,
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das Sie Vesperas vnnd Officium in Festo Sancti Mein-
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radi nit halten möchten, so sonsten sie jährlich mit
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sonderem Yfer gethan, vnnd verrichtete also diser
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Stell vnßer Herr Decanus, wie aniezo ettliche
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Jahr nach ein anderen gewohnet, in Heiliger Cappell.
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Vor Mittag ist eingeritten Herr Doctor Hanß Jacob
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Wepfer von Schafhaußen, welchen vnßer Herr
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Decan neüwlich begehrt hatte wegen vnßers
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Gnädigen Fürsten vnnd Herren vblen Zustand, vnnd
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zu demme Herr Decan das meiste Vertrauwen
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tragte, als welcher vormahlen schon Ihre
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Fürstlich Gnaden das ein vnnd ander mahl glüklich
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restituiert. Vnnd war er iez der dritte Me-
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dicus von der Främbde, welcher vmb wegen
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der Krankheit Vnßers Gnädigen Fürsten vnnd Herrn
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ankommen.
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Heüt haben Wir wegen vnßer heütigen Solemni-
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tet nit vill Gäst gehabt, vnnd war niemand
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vorhanden als vnßere Nachbahren, zweÿ Patres
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Capu-

Anmerkungen

a Fehlender Nachtrag.
1 Die 719 gegründete und 1805 aufgehobene Benediktinerabtei St. Gallen liegt in der gleichnamigen Stadt im gleichnamigen Kanton. In der 1602 gegründeten Schweizerischen Benediktinerkongregation war das Kloster St. Gallen sehr aktiv.Bibliografie