Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

23. September 1687 · Seite 200 · Scan 211
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Marginalie
[200]
Zeile 1
1687

Transkription

September.
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Wild vnnd heftig worden, mächtig angefangen
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sich hin vnnd wider in Ring zu ziehen, dergestalten,
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das der sonsten schwache Herr auß dem Sattel
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gelupft, vber das Pferdt hinab gefallen, vnnd
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wann nit gleich Leüt weren vorhanden geweßen,
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vbel gequetscht were worden. Ab welchem
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Vnfahl er dermasßen erschroken, das er nit an-
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derst, als wie ein Laub angefangen zu zittren,
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seine Sporren ausgezogen, vnnd wollen zu Fuesß
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fortreißen. So hatt aber Herr Pater Carli vnnd Herr
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Statthalter Ihme darumb zugesprochen, einen
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Knecht mit dem Pferdt zugegeben, der selbiges
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an dem Zaum bis auf den Katzenstrik führen
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sollte, vnnd mit solchem zusprechen so vill auß-
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gewürkt, das er nur bis zur Alp Bruggen
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spaziert, dorten wider aufgesesßen, vnnd also glük-
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lich fort kommen. Eß hatt den guten
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Herrn sonderbahr beelendet seiner Lieben
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Pfarrkinderen iüngst erlittenes Vnglük, die
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vor 3 Tagen in einem Schif, in 28 Persohnen
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stark abgefahren von Buechs nacher Brunnen
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da aber sie in das Ohrt kommen, wo die Muotha
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in den See fallt, haben dorten die hizige Wellen
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theils durch den Vöhn, der eben zu der Stund sehr
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heftig eingefallen, theils durch den Biß-Wind, so
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von Lutzern nacher kommen, angetriben, ihnen
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dergestallten zugesezt, das era endtlich das Schiff
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vnder vber sich geworfen hatt, vnnd also alle
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bis an 4 Persohnen, ellendigklich ertrunken.
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Ab

Anmerkungen

a Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "er" eingefügt.