Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

1. Januar 1672 · Seite 102 · Scan 113
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Marginalie
[102]
Zeile 1
1687

Transkription

Maius.
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in das künftig verlehen. Jedoch wolle ich
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Herrn Probsten von St. Gerold1 derenthalben zu-
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schreiben, vnnd vernemmen, ob villeicht er et-
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was anders berichten könne. Komme alsdann
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etwas heiterers hervor, so werde es sein Richtig-
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keit haben, wo aber nit, werd es müsßen Güet- oder
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Rechtlich entscheiden werden. Warumb, sagten
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sie, hatt mann den Brief nit zuruk geforde-
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ret? Wie es so hergangen, ist muthmasßlich:
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dann Pater Joseph Reÿder nit lang darnach gestorben,
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Sein Successor aber Pater Conradus Hunger hatt nichts von
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dißem gewüsst, vnnd folglich auch nichts vor-
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nemmen können. Warumb ist dann
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von Anno 1670 kein Zinß darvon geforderet
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worden? Das, sagte Pater Statthalter,a wüsße
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er nit, vnnd seÿe derentwegen nachzuschlagen,b
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bÿ Herrn Patri Ottmaro. Eß erfreüwete den
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guten Ruestahler dißere Antwort nichts, vnnd
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wolte endtlich anfangen zu treüwen, auf deß
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Vngrechtenc Kosten dazubleiben. Pater Statthalter
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gab bescheid, es bedörfe keines Kostes nichts,
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Er werde besserd dem Handel nachschlagen, vnnd
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wann nichts weiter herfür kommen wurde, soll
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dann ein vnpartÿisch Gericht darüber sprechen.
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Also giengen sie von ein anderen. Eß schreibte
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darüber Pater Statthalter vnverzogen nacher St.
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Gerold an Herrn Probsten, zu welcher Gelegenheit
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gar bequemm die Beschliesserin von dar selbsten
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hier ware: bate ihne vmb alles Bericht. Nit
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weniger schikte er ein Schreiben an Herrn Patrem Pium,
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der eben der Zeit Kuchimeister ware, da die Abende-
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rung

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Schlussklammer durch Komma ersetzt.
b Texteingriff durch Edition: Punkt durch Komma ersetzt.
c Unsichere Lesung.
d Unsichere Lesung.
1 Die Benediktinerpropstei St. Gerold liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Bundesland Vorarlberg (Österreich). Sie wurde um 1220 erstmals erwähnt, obwohl die Gründung der Legende nach um 1000 herum stattgefunden haben soll. Die Propstei untersteht der Abtei Einsiedeln.Bibliografie