Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

2. Juni 1687 · Seite 95 · Scan 106
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Marginalien dieser Seite

Marginalie
[095]
Zeile 1
1687
Zeilen 8–9
Negotium ad Illustrissimum refertur.
(lat) Das Geschäft wird Ihrer Fürstlich Gnaden vorgelegt.
Zeile 14
Mandatur Expeditio.
(lat) Die Abwicklung wird genehmigt.
Zeile 19
Tentatur.
(lat) Sie wird in Angriff genommen.

Transkription

Maius
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auß wegen der Wahren. Diß alles achtete der
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Ruestahler ganz nit, vnnd vermeinte laut
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Schreibens von oder vnder Abbt Augustin Anno 1629
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aufgericht, kraft deren so vill zu erhalten, daß
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Er zwen Kramläden ansprechen möge, vnnd wo mann
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ihme nit nach Gebühr begegnen werde, bÿ selbiges
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Briefes Rechten zuverbleiben, oder aber mann solle
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mit ihme ein Willen schaffen. Als nunn Pater Statt-
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halter sahe, das diß ein gar ernstliche, nit wenig
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ausßtehende Anforderung seÿe, hatt er vermeint,
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besßer zu seÿn, Ihre Fürstlich Gnaden darüber zu berichten,
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vnnd deroselben Gnädigen Befelch zu erwarten.a Welche also-
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bald befohlen, das Herr Decan, Herr Cantzler vnnd Pater
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Statthalter gesagten Ruesthalers Beschwärd an-
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hören, vnnd darüber thuen sollen, was billich
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vnnd recht were. Kam also auf bestimb-
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te Zeit dißer Ruestahler mit Bystand xxxb des
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Statthalteren Kälin genant Kraußlin vor sie,
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vnnd repetierte mit allem Ernst selbige An-
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forderung: ward aber widerumb ein Mittel gesuecht,
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vnnd keins gefunden. Ruestahler forderte eint-
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weders 46 Pfund Heller oder 290 Florin paares Gelts. Pater
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Statthalter aber, der sich desßen lang gewideret, vnnd
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vermeint, diß ein vngebührliche Anforderung
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seÿe, bietete endtlich 150 Florin mit Versprechung,
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zu verschafen, daß er für sich vnnd seine Nach-
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kömmling der Leibeigenschaft möchten entlediget
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werden. Ruestahler lachte dißes Anerbiet-
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ens sehr, vnnd wolte kein Wort von dißem hören.
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Endtlich machte Herr Decan den Schlusß, mann solle
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beiderseits vbernächtigen Raht halten, vnnd dann
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auf

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
b Streichung durch Autor. Rekonstruiert: diß.