Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

1. Mai 1687 · Seite 65 · Scan 76
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Marginalie
[065]
Zeilen 1–3
1687 Citro Converso in Stein profectus pro emendâ lanâ.
(lat) Pater Joachimus reist mit dem Laienbruder Franz nach Mariastein, um Wolle zu kaufen.
Zeilen 8–10
Reverendissimi Domini Abbates Murensis et Rhenoviensis visitant Monasterium nostrum.
(lat) Ihre Fürstlich Gnaden, die Äbte von Muri und Rheinau visitieren unser Kloster.
Zeilen 21–23
Discedunt in Engelberg. Numquam in aula reficiunt.
(lat) Sie speisen kein einziges Mal bei Hof.
Zeilen 31–32
Tempestas frigida per totum Mensem.
(lat) Kaltes Wetter während des ganzen Monats.

Transkription

Aprilis.
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nacher Vnsere Lieben Frauen im Stein1, sich dorten vmb
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ein guten Kauf Hard Wullen2 vmbzusehen
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für vnßer Tuchmacherÿ. Gebe Gott, das
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alles glüklich hergehe. Herr Pater Kuchimeister
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hatte ein Pferdt auß dem Margstahl, Bruder
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Frantz aber ein Lehe Pferdt.
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30. Aprilis. Nach Mittag langten an die Herren Visi-
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tatores Herr Prælat von Muri3 Placidus vnnd Herr
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Prælat von Reinauw4 Basilio mit ihren Begleiten,
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haben gleich nach der Vesper Propositionem vnnd Ingres-
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sum visitatorium gehalten, nechsten Tag aber bÿ früher
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Zeit die Visitation in Herrn Patris Subprioris Zimmer an-
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gefangen, vnnd allen Audienz gegeben, also
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das dißere Audientia heüte alligklich vollen-
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det worden. Nechsten Tag darüber
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den 1. Maii. nach gehaltenera Prima machten
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sie den Schlusß vnnd Recessum, speissten
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hernach widerumb in Conventu, vnnd nach
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12 Vhren verreissten Sie nacher Engel-
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berg5, dißes Gottshauß auch zu visitieren.
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Eß haben dißere Herren Prælaten niemahlen
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zu hoof bÿ der tafel gespißen, sonder
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Nachts in ihrem Loßament ieder absonder-
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lich, Mittags aber in Refectorio.b Ist nit
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erhört, das solche herren in tali actu also
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gespißen, vnnd habe dato wenigist auch
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einmahl die Fürstliche Tafel besuecht, al-
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leinig diß mahl hatt es ihnen nit belieben
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wollen.
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Daß End dißes Monats, vnnd schier gar die
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ganze

Anmerkungen

a Manuskriptschaden. Unsichere Interpretation.
b Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
1 Die Benediktinerabtei Beinwil-Mariastein liegt in der Gemeinde Metzerlen-Mariastein im heutigen Kanton Solothurn. Sie wurde 1147 erstmals erwähnt. 1653 trat sie der schweizerischen Benediktinerkongregation bei.Bibliografie
2 Einsiedeln wird wegen des umliegenden Waldes auch 'Waldstatt Einsiedeln' genannt, die Bewohner hiessen WaldleuteBibliografie
3 Die ehemalige Benediktinerabtei Muri liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Aargau. Sie wurde 1027 gegründet, 1603 Mitglied der schweizerischen Benediktinerkongregation und 1841 aufgehoben. Der erste Propst der Abtei, Mönch Reginbold, stammte aus dem Kloster Einsiedeln.Bibliografie
4 Die ehemalige Benediktinerabtei Rheinau lag in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Zürich. Sie wurde vor 858 gegründet, 1603 Mitglied der Schweizerischen Benediktinerkongregation und 1862 aufgehoben.Bibliografie
5 Die Benediktinerabtei Engelberg liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Obwalden. Sie wurde 1120 gegründet und 1604 in die Schweizerische Benediktinerkongregation aufgenommen.Bibliografie