Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

5. Februar 1687 · Seite 23 · Scan 34
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–4
[023] 1687 Pater Decanus Lucerna revertit. Abit Pfefficonam ad Illustrissimum nostrum.
(lat) Er reist nach Pfäffikon zu Ihrer Fürstlich Gnaden
Zeilen 6–7
Eodem Medicus profectus pro Phlebothomia Illustrissimi.
(lat) Dorthin reist auch der Arzt, um Ihre Fürstlich Gnaden zur Ader zu lassen.
Zeile 12
Tempestas turbida.
(lat) Stürmisches Wetter.
Zeilen 15–16
Festo Sanctæ Agathæ Expositio Sanctissimi Sacramenti.
(lat) Aussetzung des Heiligen Sakaraments am Fest der Heiligen Agatha.
Zeilen 18–19
Frater Zacharias Conversus moritur.
(lat) Der Laienbruder Frater Zacharias stirbt.
Zeile 27
Mortis eius prænuncia.
(lat) Die Vorzeichen seines Todes.

Transkription

Februarius.
1
2. Februarii. Ist vnßer Herr Decan von Luzern bÿ vns
2
wider glüklich ankommen. Nachfolgenden tag aber,
3
weilen er vermeint, besßer zu seÿn Ihre Fürstlich
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Gnaden von seiner Verrichtung weiters zu berichten,
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auf Pfefiken nach Mittag abgeritten. Vnßer
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Medicus ist heüt Morgen mit dem balbierer auch
7
dahin kommen, vnnd Ihre Fürstlich Gnaden ein Aderen ge-
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öfnet. Herr Decan ist den 4. tag Februarii
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von Pfefiken auch wider ankommen. Eß vermein-
10
ten Ihre Fürstlich Gnaden selbsten mit ihme herzureißen:
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so ist aber das Wetter mächtig vngestümm wor-
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den, vnnd Schnee stark gefallen, das Sie besßer
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gefunden, Ihrer Gesundheit in der Ruhe weiters
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zu pflegen.
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5. Februarii. Festo Sanctæ Agathæ ist die gewohnete Expo-
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sitio Sanctissimi Sacramenti wider gehalten worden.
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Gleich vor 11 Vhren ist vnßer Bruder Zachariaß
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Hug, durch ein hiziges continuierliches Fieber
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daß sampt einem Stich heftig an ihne gesezt, vom
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Leben zum Todt getrungen worden im 37.sten jahr
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seines Alters. Hatt vor dißem Weltlichen den
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Porten dienst im Hoof, nachgendts als Geistlicher
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den Portner dienst im Convent, endtlich die Pfistri
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mit grosßer Sorgfalt, Fleisß vnnd Embsigkeit
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versehen. Seine Krankheit währete fünf
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tag, vnnd der sechste nam ihm das Leben. In
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der Nacht vor seinem Abscheiden, da ettliche bÿ
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ihme in seinem Zimmer wacheten, vnnd ihme
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aufwarteten, kam vnversehen etwas an die
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Wand,

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