Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

19. Januar 1687 · Seite 20 · Scan 31
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Marginalie
[020]
Zeile 1
1687
Zeilen 5–7
Illustrissimus Pfefficonam profectus cum duobus Patribus pro diversione etc.
(lat) Seine Fürstlich Gnaden reist in Begleitung zweier Patres zur Zerstreuung nach Pfäffikon etc.
Zeilen 10–11
Patres Professores ex Pfefficken reversi.
(lat) Die Patres Professoren kehren von Pfäffikon zurück.
Zeilen 15–16
Periculum grave incendii in domo Ursi.
(lat) Ein gefährlicher Brand im [Wirts]haus zum Bären.

Transkription

Ianuarius.
1
Pfefers1 mit ihme zu conferieren, vnnd wolte mann
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sagen, das Herr Nuncius ein Congregationem Reverendorum Dominorum Abbatum
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Benedictinorum auf künftige Fasten nacher Luzern
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beschriben werde.
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Vmb halber 9 Vhr verreißeten Ihre Fürstlich Gnaden
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in begleitung Patrum Francisci vnnd Leonardi auf
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Pfefiken, dorten in etwas sich zu divertieren vnnd
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ein Ader öfnen zu lasßen. Welche der gütigste Gott
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beglüke etc.
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Auf den Abend vmb 5 Vhren seÿnd vnßere Herren
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Patres Professores, so verwichenen Sonntag auf Pfefi-
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ken zur Recreation gangen, wider heimkommen, so wohl
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hinauß als hinein mit einem von dreÿ Pferdten
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gespanten Schlitten geführt.
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Dißen Monat, sonderlich vom 18.,a 19. vnnd folgenden
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Tag bis den 29. inclusive war die Kälte sehr
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grimmig, vnnd könte kein Stuben warm gnueg
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gemacht werden. Darauß erfolget, das aller Ohrten
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mann gar heftig vnnd streng eingefeürt. Von
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welchem starkem einfeüwren in einem vnnd
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anderen Ohrt im Dorf nit wenig Gefahr ent-
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standen, vnnd zwar benamblich im Wyhrtshauß
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zum Bären hatt es in der Stuben ein Ofen, der
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an statt einer steinenen Blatten, nur ein
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boden von starken Laden hatte: welche ab vilem
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vnnd starkem einfeüren, vneracht der Ziegel-
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boden darob dopplet gelegt ware, dannoch der-
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gestalten angebrunnen, das endtlich daß Feür
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durch dißen holzernen boden sich gezogen, vnnd disen
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nit nur obsich, sonder auch nidsich ganz angezündt
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vnnd angebrant. Eß waren aber zu allem
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Glük

Anmerkungen

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1 Die ehemalige Benediktinerabtei Pfäfers lag in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton St. Gallen. Sie wurde 762 erstmals erwähnt, 1602 Mitglied der schweizerischen Benediktinerkongregation und 1838 aufgehoben.Bibliografie