Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

10. Januar 1687 · Seite 6 · Scan 17
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Marginalie
[006]
Zeile 1
1687.

Transkription

Ianuarius.
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möchten, wo sie weren. Weilen aber sie vermeinten
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dißes Geleüth zu nächtlicher, ihnen vngewohnnten
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zeit, vnfählbarlich etwas anders bedeüten müsße,
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haben sie erachten wollen, villeicht in einem Ohrt
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müsste Feür aufgangen seÿn, darumb mann
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so ernstlich sturm leüten, vnnd von der Frömbde
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hilf begehren wolte. Am himmel könnte einiges
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Anzeichen einer brunst nit vermerkt werden,
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das aber die Leüt dem Nebel, der sonsten zimmlich
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stark da ligte, zuschreibten, als welcher die sonsten
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von solchem Feür gemachte Röthe anzusehen
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verhinderte. Warden von dißem desto mehr
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sorgfältig, schikten zu den Feür hauptleüten, die
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sie von dem Schlaf aufweken, vnnd zusamen
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kommen lasßen etc. Welche mit ihnen samentlich resol-
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viert, iemanden auf den Kazenstrik vnnd Schin-
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dellegi (dann von dißen beiden Ohrten muthmasseten
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sie, der thon herkomme) zu verschiken, vnnd von
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dar zu sehen, wo Feür were. Eß geschahe
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alles. Vnder desßen ware jemand so sorgfältig,
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der laufte hinauf in das Gottshauß, klopfte
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gar hizig an der Porten: Ist aber ihme alsobald ge-
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öfnet vnnd er hinein gelasßen worden, der
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wolte, das mann ihne zum Patri Statthalter führte,
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der sonsten in seinem Zimmer rüehwig geschlafen,
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vnnd vom Feür so gar kein Traum hatte. Mann
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ofnete ihme das Zimmer, er klopfet bÿ dem Ruhe-
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bett gar stark an; darab Pater Statthalter erwekt,
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vnnd von so vngestümmem Klopfen nit wenig er-
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schrekt ward. Disem erzellte der sorgfältige
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Bott, wie das mann schon lang ein starkes
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Geleüt hörete, aber niemand sicherlich schliesßen
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könne,

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